Karten als Kunstwerke - Borgholzhausen und das Ravensberger Land 12.08.2020 bis 17.09.2020

    Gemeinsam mit Sebastian Schröder und dem Heimatverein Borgholzhausen e. V. eröffnet das Stadtarchiv Borgholzhausen am 12.08.2020 eine Ausstellung mit dem Titel "Karten als Kunstwerke - Borgholzhausen und das Ravensberger Land". Gezeigt werden alte Karten und Pläne aus der Zeit 1770 - 1810 zu alten Adelssitzen und zur Grenze zwischen dem Amt Ravensberg und dem Fürstbistum Osnabrück.

    Alte Karten und Pläne üben immer wieder eine besondere Faszination auf ihre Betrachter aus. Sie dokumentieren Rechts- und Besitzverhältnisse, illustrieren Rechtsstreitigkeiten oder weisen neue Eigentumsverhältnisse aus. Als historische Orts- und Landschaftspläne zeigen sie Siedlungsformen, Gebäudebestände oder Landnutzungen.

    Im Zeitalter der Aufklärung, also im 18. Jahrhundert, verbesserten sich die Kenntnisse und Fertigkeiten der Landvermessung und Kartografie. So entstanden auch für Borgholzhausen und die anderen Orte des damaligen preußischen Amts Ravensberg eine Vielzahl von Karten und Plänen, die sich teilweise in Akten umfangreicher Archivbestände verbergen. In ihrer Mehrzahl entstammen sie der Feder zweier Fachmänner: des Osnabrücker Kupferstechers, Mathematikers und Lehrers Christian Ludolph Reinhold, der 1791 als preußischer Markenteilungskommissar in Versmold starb, und seines Schülers und Mitarbeiters Johann Hermann Sieckendiek (1731-1811) aus Bockhorst, der nach Reinholds Tod als gefragter Experte eine beeindruckende Produktivität entwickelte.

    Inhaltlich geht es zunächst um die Grenze zwischen dem Amt Ravensberg und dem Fürstbistum Osnabrück, einem für die Grenzstadt Borgholzhausen wichtigen Thema. Weiter zeigen die Karten Adelssitze wie Brincke und Holtfeld, aber auch Tatenhausen und Steinhausen sowie die staatlichen Gutshöfe Kuhhof unterhalb der Ravensburg sowie den Caldenhof in Versmold. Ortspläne von Bockhorst und Halle kommen hinzu. Schließlich geht es um die Markenteilungen, mit denen ab 1770 große zuvor gemeinschaftlich genutzte Flächen in Privateigentum überführt wurden.

    Im Rahmen seiner Forschung am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster hat Sebastian Schröder (Pr. Oldendorf) die Karten entdeckt und ausgewählt. Niemals zuvor wurden sie öffentlich gezeigt. Sie stammen größtenteils aus dem Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen in Münster. Ergänzt werden sie von Vermessungsinstrumenten aus einer privaten Sammlung

    Die Ausstellung ist bis zum 17.09.2020 in der Rathausgalerie, Schulstraße 5, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

    Bitte beachten Sie die Corona-Hygienevorschriften, wenn Sie die Rathausgalerie besuchen. Vielen Dank!

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