Klimadialog 2022

    Einladung zur Auftaktveranstaltung mit Vortrag von Claudia Kleinert, am Mittwoch, dem 02.11.2022

    Am 02.11.2022 startet die Stadt Borgholzhausen den Klimadialog und lädt dazu alle interessierten Bürger*innen am Mittwoch, dem 02.11.2022, zur Auftaktveranstaltung herzlich ein. 

    Der Schwerpunkt im Klimadialog liegt in der Klimaanpassung. Dazu wird die bekannte Moderatorin Frau Claudia Kleinert als Referentin bei der Auftaktveranstaltung einen Vortrag mit dem Titel „Klimakrise: Bedrohung und Chance“ halten.  In der anschließenden Diskussion ist ein Austausch über notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen gewünscht.

    Auftaktveranstaltung:
    Mittwoch, 02.11.2022, 19:00 Uhr

    Veranstaltungsort: 

    Aula der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule
    Osningstraße 14
    33829 Borgholzhausen 

          Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. 


          Auftaktveranstaltung als Einstieg in den Klimadialog

          Die Auftaktveranstaltung ist der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Der Umweltausschuss des Rates der Stadt Borgholzhausen hat bereits in seiner Sitzung am 25.08.2020 den Startschuss zum Klimadialog gegeben. Der Ausschuss sah die Notwendigkeit aufgrund bereits erkennbarer und zu erwartender Klimaveränderungen und beschloss u.a. einen Klimadialogprozess unter Beteiligung verschiedener Interessengruppen für die Erarbeitung umzusetzender Klimaanpassungsmaßnahmen. Ein hierfür ins Leben gerufener Arbeitskreis wird aus Interessenvertreter*innen aller für das Thema relevanten Institutionen und Einrichtungen aus Borgholzhausen besetzt. Neben Vertreter*innen aus der Politik, sollen auch Vertreter*innen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe, Handwerk, Naturschutz, Feuer-und Rettungswesen und Schulen ihr Anliegen und Fachwissen in den Dialogprozess einbringen. Der Arbeitskreis wird die von ihm erarbeiteten Strategien und Maßnahmen dem Rat, für eine Diskussion und Beschlussfassung in den Fachausschüssen, vorschlagen. Bislang mussten aufgrund der Corona-Pandemie die Auftaktveranstaltung und Arbeitskreissitzungen immer wieder verschoben werden.

          Nach der Auftaktveranstaltung ist zunächst angedacht, alle Arbeitskreismitglieder*innen in drei Veranstaltungen zu den nachstehenden Themen umfänglich zu informieren:

          • Hitze, Trockenheit und Grundwasserneubildung
          • Hochwasserschutz, Starkregen
          • Ökologie und Gesundheit

          Nach dem „Schulungsprozess“ wird der Arbeitskreis in die konkrete Erarbeitung von Zielen und Maßnahmen einsteigen.

          In einer Onlineumfrage gegen Ende des Jahres, werden alle Interessierten die Möglichkeit erhalten, eigene Vorschläge oder Anmerkungen in den Prozess einzubringen.


          Warum der Klimadialog?

          Da sich der durch die Erderwärmung ergebene Klimawandel nicht aufhalten lässt, muss sich die Gesellschaft auf zukünftig veränderte Wetterverhältnisse und Extremwetterlagen einstellen. Wassermangel durch Hitze und Trockenheit, Stürme, Waldbrände und Überschwemmungen durch Starkregenereignisse belasten mittlerweile die Menschen auf der ganzen Welt.  Selbst in hiesiger, gemäßigter Klimazone verändern sich die Lebensbedingungen derzeit dramatisch. Auch wenn sich die nachfolgende Schilderung sehr düster darstellt, ist sie dennoch nicht unrealistisch.  Unter anhaltender Hitze und Trockenheit leiden landwirtschaftliche Kulturen mit teilweise deutlichen Ernterückgängen. Das Absterben einzelner Bäume und ganzer Wälder hatte mit dem Windbruch und Fichtensterben seinen sichtbaren Anfang, zahlreiche Buchen vertrocknen derzeit im Teutoburger Wald. Lange, trockene Sommer in Verbindung mit großer Hitze begünstigen die Entwicklung weiterer Baumkrankheiten. Der wertvolle Waldboden leidet unter Trockenheit und Erosion und kann seine Funktion als Wasserspeicher nicht mehr in gewohntem Umfang erfüllen. Bislang ist es eher glücklichen Umständen zu verdanken, dass nicht unwetterartige Starkregenereignisse den ungeschützten Waldboden, im Bereich der Kalamitätsflächen, oftmals dünne Humusschichten auf Kalkstein, gänzlich abspülen und die Wald- und Wassersituation zunehmend verschlechtert.  

          Auch die Wasserknappheit in der Trinkwasserversorgung ist bei uns spürbar. 2020 musste die Feuerwehr, angesichts erschöpfter Förderkapazitäten beim Trinkwasser, die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsagen zum Wassersparen aufrufen. Kein Ausschnitt aus einem Sciencefiction-Film, sondern Realität in Borgholzhausen.

          Das Artensterben, verursacht und begünstigt durch den Umgang des Menschen mit der Natur, wird sich durch den Klimawandel drastisch verstärken. Experten sprechen vom Beginn eines Massensterbens. Nach Schätzungen des Weltbiodiversitätsrates IPBES sind rund eine Million Tier- und Pflanzenarten betroffen. Der Grund liegt neben dem bereits erwähnten Umgang des Menschen mit der Natur, den klimabedingt veränderten Lebensgrundlagen, auch in den daraus gestörten Funktionen und Zusammenhängen einzelner Arten untereinander. Das Aussterben einer einzelnen Art kann in der Funktion in manchen Fällen durch andere Arten ersetzt werden, in vielen Fällen entstehen jedoch Lücken in der ökologischen Funktionskette, was das Aussterben weiterer Arten zur Folge hat. Ein Problem besteht jedoch darin, dass selbst die Wissenschaft hierzu bislang nur annähernd Aussagen über die komplexen Zusammenhänge und ökologischen Auswirkungen machen kann. Das Artensterben wird aus gutem Grund als völlig unterschätzte Gefahr neben dem Klimawandel bezeichnet.

          Der Klimadialog soll dazu dienen, in einem breiten Konsens aller Beteiligten, Strategien und Maßnahmen zur Abmilderung der bereits unvermeidlichen Folgen des Klimawandels zu erarbeiten.

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