Ratten - was nun!?

    Immer wieder wird das Ordnungsamt über Rattenvorkommen informiert. Bei dem Gedanken an Ratten stellen sich vielen die Nackenhaare hoch. Und tatsächlich möchten man die als Schadnager eingestuften Tiere nicht in seiner Nähe wissen.

    Um die Nager bekämpfen zu können und um Besuche von den Tieren zu vermeiden, sollte man einige Kenntnisse über das Verhalten und die Biologie der Ratten haben.

    In unseren Breiten haben wir es vorwiegend mit der Wanderratte und der Hausratte zu tun. Die graubraune Wanderratte kommt überall vor und ist sehr viel anpassungsfähiger als die kleinere, meist braunschwarze Hausratte, die vorwiegend unter Dächern oder in oberen Stockwerken lebt.

    Zur Biologie

    Eine Wanderratte hat bis zu drei Würfe im Jahr mit durchschnittlich 8 Jungen. Allerdings sterben gut 90 % der Jungtiere. Ein Rudel kann bis zu 120 Tiere groß sein. Ihre Nistplätze haben sie vorzugsweise in Erdbauten und nicht in der Kanalisation. Die Reviergröße eines Rudels umfasst 3.000 – 120.000 m².

    Ratten sind Allesfresser. Sie lieben besonders stark gewürzte Speise- und Fleischreste. Auch Maiskörner und Sonnenblumensamen sind äußerst beliebt. Sie können sauer, süß, bitter und salzig unterscheiden. Ist genügend Futter vorrätig, sind Ratten häufig sehr wählerisch. Grundsätzlich bevorzugen sie „bekanntes“ Futter.

    Die Wanderratten sind gute Schwimmer; sie tauchen und klettern und vertragen gut Nässe und Kälte. Zudem sind sie standorttreu. Mit ihrem sehr gut ausgebildeten Geruchssinn erkennen sie sich untereinander und ihr Tastsinn ermöglicht ihnen sich gut im Dunklen zu orientieren.

    Wanderratten sind Überlebenskünstler; sie können sich auf alles einstellen. Sie sind misstrauisch, aber auch neugierig und zumeist in der Dämmerung aktiv. Zudem zeichnet sie eine hohe Lernfähigkeit aus. Ihre Kurzsichtigkeit und Farbenblindheit schränkt sie in ihrer Beweglichkeit nicht ein. Ratten lieben Versteckmöglichkeiten wie Schutt, Schrott, Sperrmüll und sonstigen Unrat mit Hohlräumen. Sie vermehren sich massiv, wenn sie einen geeigneten Lebensraum gefunden haben.

    Ratten können Krankheitserreger übertragen, wie z.B. Salmonellen, Erreger für Tollwut, Fleckfieber und Milzbrand. Zudem können durch die Nagetätigkeit und die Nestbauaktivitäten Materialschäden an Gebäuden auftreten. Lebens- und Futtermittel sowie Vorratsgüter können durch Fraßschäden verunreinigt und dezimiert werden.

    Was kann man selbst tun?

    Eines vorweg – es ist unwahrscheinlich Städte rattenfrei zu bekommen. Aber man kann ihnen den Aufenthalt so unangenehm wie möglich machen. Fühlen sich die Tiere unwohl, ist deren Vermehrung geringer oder sie verlassen ihr Revier, um eine neue Bleibe zu suchen.

    Besonders wichtig ist es, das Nahrungsangebot für die Tiere zu beschränken!

      Dazu gehört:Ratten benötigen einen trockenen Nistplatz, der sich zumeist in Erdbauten befindet. Findet man z.B. Löcher in Erdwällen oder unter Gehwegplatten, könnte dies ein Hinweis auf Nisthöhlen von Ratten sein. Es werden auch Komposthaufen als Nistplätze genutzt, da das Material trocken und warm ist. Es ist ratsam, den Kompost regelmäßig umzusetzen. Eine Nisthöhle ist zumeist 50 cm tief und hat ein oder auch mehrere Ausgänge.

      • Keine gekochten Speise- und Fleischreste auf den Kompost geben. Ratten lieben alles, was stark gewürzt ist.
      • Die Mülltonnen müssen verschlossen sein und die Deckel fest aufliegen (notfalls mit einem Ziegelstein beschweren!). Für eine Ratte ist es kein Problem in eine geöffnete Mülltonne zu klettern.
      • Keine Müllsäcke mit Lebensmittelresten und nicht ausgespülten Verpackungen am Haus lagern. Ein Plastikbeutel ist für eine Ratte kein Hindernis.
      • Keine Grillreste im Garten lassen.
      • Keine Haustierfütterung im Garten, auch keine Fütterung von wildlebenden Enten. Ratten sind dankbare Abnehmer für das angebotene Futter.
      • Bei der Vogelfütterung darauf achten, dass kein loses Vogelfutter herumliegt. Eine Ratte ist durchaus in der Lage in ein Vogelhäuschen zu klettern.
      • Kein Wegwerfen von Lebensmitteln, wie Pizzareste oder Pausenbrote.

      Vermeiden Sie es, Wohnraum für Ratten zu schaffen!

      Ratten benötigen einen trockenen Nistplatz, der sich zumeist in Erdbauten befindet. Findet man z.B. Löcher in Erdwällen oder unter Gehwegplatten, könnte dies ein Hinweis auf Nisthöhlen von Ratten sein. Es werden auch Komposthaufen als Nistplätze genutzt, da das Material trocken und warm ist. Es ist ratsam, den Kompost regelmäßig umzusetzen. Eine Nisthöhle ist zumeist 50 cm tief und hat ein oder auch mehrere Ausgänge. Nutzen Sie daher eine Komposttonne anstelle eines Komposthaufens zur Entsorgung von Nahrungsmittelabfällen.

      Reduzieren Sie Versteckmöglichkeiten für die Tiere. Schutt, Schrott, Sperrmüll und sonstige Rumpelecken mit Hohlräumen sind die reinsten Abenteuerspielplätze für eine Ratte. Je mehr Versteckmöglichkeiten die Tiere finden, umso wohler fühlen sie sich. Hier ist ein gesundes Augenmaß gefragt. Ein klinisch sauberer und aufgeräumter Garten ist zwar für eine Ratte unattraktiv, bietet jedoch auch keinen Lebensraum für andere Tiere wie Vögel und Insekten.

      Letztendlich besteht die Möglichkeit einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Achten Sie dabei auf seriöse Anbieter mit Sachkundenachweis!

      Aber auch in diesem Fall gilt, den Lebensraum für Ratten so unattraktiv wie möglich zu machen und den Tieren keinerlei Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten zu bieten – nur dann kann der Schädlingsbekämpfer erfolgreich arbeiten. Ansonsten laufen alle Bekämpfungsmaßnahmen ins Leere.


      Was tut die Stadtverwaltung?

      Die Kanalisation wird regelmäßig beködert. Im Einzelfall werden zusätzlich Köder ausgelegt, z.B. nach Meldungen über das Sichten von Ratten. Auch oberirdisch erfolgt eine vor Hunden und Kindern gesicherte Beköderung an Standorten von städtischen Liegenschaften (Schulen, Parks, etc.). Zudem werden Komposthaufen und deren Befüllung im Bedarfsfall begutachtet.

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