European Energy Award

    Der European Energy Award (EEA) ist das Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Kommune erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden, um Potentiale der nachhaltigen Energiepolitik und des Klimaschutzes identifizieren und nutzen zu können. 

    Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim European Energy Award um eine internationale Bewegung. Das Europäische Forum European Energy Award e.V. mit Sitz in Zürich wurde im September 2003 gegründet und koordiniert u. a. die Aktivitäten aller regionalen und nationalen Trägerschaften, welche das Instrument EEA einsetzen, stellt die Qualität der Instrumente des EEA sicher, prüft Anträge und vergibt den European Energy Award Gold. Zurzeit gibt es in Deutschland 276 Städte und Gemeinden, die sich am EEA beteiligen, davon 105 in Nordrhein-Westfalen (18 ausgezeichnet mit dem EEA Gold), sowie 45 Kreise, davon 12 in Nordrhein-Westfalen (5 ausgezeichnet mit dem EEA Gold.) 

    Der EEA ist sowohl energiepolitisch sinnvoll, spart aber auch langfristig finanzielle Mittel, die wiederum für andere Aktivitäten eingesetzt werden können. Die Erfolge der kommunalen Energie und Klimaschutzaktivitäten werden jedoch nicht nur dokumentiert, sondern auch zertifiziert und ggfs. ausgezeichnet mit dem European Energy Award oder dem European Energy Award Gold, sofern ein externer Experte besonders erfolgreiche Leistungen festgestellt hat (mindestens 50 bzw. mehr als 75 % aller zu erreichenden Punkte). 

    Der Energy Award in Borgholzhausen

    Die Stadt Borgholzhausen hat den Einstieg in eine nachhaltige Energieplanung mit dem Start des EEA Projekts im Jahr 2005 verbunden. In Zusammenarbeit mit einem externen Berater wurde eine Ist-Analyse durchgeführt, ein erster EEA Bericht und ein energiepolitisches Arbeitsprogramm erstellt. Die Auswertung des Audit-Tools ergab zu diesem Zeitpunkt eine Zielerreichung von 32 % (Stand: 07/2005). Aufgrund einer angespannten Haushaltslage konnten erst im Jahr 2008 dringend erforderliche energetische Sanierungsmaßnahmen angestoßen werden. Parallel ist die Neuorganisation der Verwaltung durchgeführt worden, so dass auch Maßnahmen aus diesen Bereichen (Datenmanagement, Kommunikation, Kooperation usw.) in die Umsetzung kamen. Im Juli 2009 kam die Stadt Borgholzhausen auf eine Zielerreichung von 42 % und im April 2010 im externen Audit auf eine Zielerreichung von 62 %. 

    Daraufhin wurde die Stadt Borgholzhausen am 13. Januar 2011 in Bottrop mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Die großen Veränderungen beruhen im Wesentlichen auf der Umsetzung mehrerer markanter und weitreichender Maßnahmen: 

    • Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (Reaktivierung der Bahnstrecke „Haller Willem“ von Bielefeld nach Osnabrück, Einrichtung eines Stadtbusses, Modernisierung der Haltestellen, Umstellung des Schülerverkehrs vom Sonderverkehr auf den Linienverkehr)
    • seit Herbst 2008 Beteiligung an der Initiative „AltBauNeu“ des Kreises Gütersloh (Thermografieaufnahmen von Wohngebäuden und Beratung zum Energieverbrauch bzw. Energiesparmaßnahmen u.a.) 
    • Erstellung eines Energiesteckbriefes
    • zentrales Gebäudemanagement seit 2008, Erarbeitung von Energieberichten in Teilschritten
    • Optimierung der Straßenbeleuchtung. Mit mehreren Maßnahmen (Leuchtmittelaustausch, Einführung von LED Leuchtmitteln, Reduzierung der Lichtstärken in den Nachtstunden) können über 58,3 % des Stromverbrauches bei einer Amortisationszeit von ca. 10 Jahren eingespart werden.
    • Installation von mehr als 1000 qm Photovoltaikfläche zur anteiligen Deckung des eigenen Strombedarfs.

    Besonders das Großprojekt „Nahwärmeverbund Rathaus, Rathaus Nebenstelle, Bürgerhaus, Freibad und Bauhof“ konnte 2009 erfolgreich umgesetzt werden. 2010 wurde auch noch eine Grundschule an diesen Nahwärmeverbund angeschlossen. Das Nahwärmenetz wird aus einer Biomassefeuerung (Hackschnitzel: 565.000 kWh/a Biomasse und 35.000 kWh/a Gas) gespeist, so dass die Stadt Borgholzhausen nach Inbetriebnahme dieser Großmaßnahme einen signifikanten Anteil des Gesamtwärmebedarfs der kommunalen Gebäude (in Summe ca. 1,3 MHh/a) durch regenerative Energien bereitstellen kann (weitere Infos auf der Homepage).


    Beim EEA geht es jedoch nicht darum, einen Preis zu erhalten sondern die Klimaschutzmaßnahmen mit Nachdruck weiter zu verfolgen. Seit Anfang 2011 hat die Stadt Borgholzhausen u.a. folgende Anstrengungen unternommen:

    • Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes (weitere Infos s. Homepage)
    • Bau eines Radweges zum Anschluss des Ortsteiles Barnhausen an die Kernstadt
    • Bezug von Öko-Strom für alle kommunalen Einrichtungen und Liegenschaften
    • Erstellung eines Solarpotentialkatasters für das gesamte Stadtgebiet von Borgholzhausen
    • Sanierung des Freibades, u.a. zur Reduzierung der Wasser- und Energieverluste
    • Bereitstellung von 2 E-Bikes zur Nutzung durch die Bediensteten im Rathaus und Aufstellung einer Stromzapfstelle zur Ladung von E-Bikes für Besucher des Rathauses
    • Erstellung einer Potentialstudie zur Biogasnutzung auf der Zentralkläranlage Borgholzhausen
    • Vergabe eines Klimaschutzpreises der RWE
    • Aktion und Angebot von Thermografieaufnahmen plus Energieberatung für alle Gebäudebesitzer
    • Bildung eines Energiebeirats zwecks Berücksichtigung von Belangen der Versorgung und Abnahme von regenerativen Energien bei der Neuvergabe der Konzessionsverträge

      Am 05. November 2013 wurde der Stadt Borgholzhausen in Düsseldorf erneut der European Energy Award verliehen. 

      In den Jahren 2014 und 2015 konnte durch 

      • die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts,
      • den naturnahen Ausbau des Violenbachs zum Hochwasserschutz,
      • die Festlegung von höheren Energiestandards in einem Baugebiet als Klimaschutzsiedlung, 
      • die weitere Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED Lampen und 
      • den Anschluss des Feuerwehrgerätehauses Berghausen an das Nahwärmenetz einer Biogasanlage 

      eine Steigerung um 4,5 Prozent auf insgesamt 79,1 Prozent der im EEA Prozess maximal zu erzielenden Punktzahlt erreicht werden. Damit belegt die Stadt Borgholzhausen Platz 15 im Ranking aller teilnehmenden EEA Kommunen in Deutschland und Platz 4 aller Kommunen unter 10.000 Einwohner.


      Am 18.11.2015 wurde die Stadt Borgholzhausen für ihre konsequenten Bemühungen im effizienten Umgang mit Energie und der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. 

      In den folgenden drei Jahren hat die Stadt Borgholzhausen weitere Maßnahmen ergriffen, um den Klimaschutz in Borgholzhausen voranzutreiben, besonders hervorzuheben sind hier

      • die Ausweisung der Klimaschutzsiedlung,
      • der weitere Ausbau von Photovoltaikanlagen (für die Grundschule Violenbach Süd mit 60 KWp, das Flüchtlingsheim mit 30 KWp und einem Stromspeicher mit 24 KW),
      • der fast vollständige Umbau (95 %) der Straßenbeleuchtung zu energieeffizienten LED Leuchten,
      • die energetischen Verbesserungen an der Zentralkläranlage,
      • die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes,
      • die Anschaffung des ersten Elektroautos für den städtischen Bauhof,
      • die Klimaanpassungsmaßnahmen durch Sicherstellung des Hochwasserschutzes im Bereich des Violenbachs und des Piumer Bachs sowie
      • die Vervollständigung der Waldbrücke in Zusammenarbeit mit der Stiftung Burg Ravensberg). 
      Im erneuten Zertifizierungsverfahren im Sommer 2018 erreichte Borgholzhausen schließlich mehr als 79 Prozent der möglichen Punkte und wurde dafür am 21.11. 2018 erneut mit dem EEA in Gold ausgezeichnet.
           

      Einige der vorgenannten Maßnahmen werden auch in Zukunft fortgesetzt. Darüber hinaus wird die Stadt Borgholzhausen u. a. an folgenden Themen arbeiten: 

      • Ausbau des kommunalen regenerativ betriebenen Nahwärmenetzes,
      • Einbau von Unterzählern für ein feinmaschiges Energiecontrolling,
      • Realisierung einer Bürgerwindkraftanlage auf dem Stadtgebiet mit Bürgerbeteiligung,
      • Umsetzung weiterer Maßnahmen zur Energieoptimierung auf der Kläranlage,
      • Projekt „Einführung Energiemanagement in Betrieben“ und Informationsbereitstellung für Handwerksbetriebe zu Energie- und Klimaschutzthemen,
      • Umsetzung von Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept, insbesondere Förderung der E-Mobilität.


      Erneute Auszeichnung mit dem European Energy Award in Gold!

      Die Auszeichnung am 21.11.2018 in Münster nahmen entgegen – von links: Bürgermeister Dirk Speckmann, Dirk Nolkemper (Klimaschutzmanager bei der Stadt Borgholzhausen), Rolf Holub (Laudator/Gastredner, Aufsichtsrat Kelag AG und österreichischer Künstler und Kabarettist), Ralf Vieweg (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters),  Dierk Bollin (Vorsitzender des Umweltausschusses), Lothar Schneider (GF Energieagentur.NRW).

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